Wildbiene im Anflug auf Storchschnabel – Canon 0.95/50mm (Dreamlens)

Heute zeigte sich für wenige Minuten die Sonne. Und genau durch diesen Sonnenstrahl flog eine Wildbiene die Blüte des Blutroten Storchschnabels (Geranium sanguineum) an, um zu futtern.

Ich fotografierte die anfliegende Biene mit dem sehr lichtstarken Canon 0,95/50mm, auch Dreamlens genannt.
Das tolle Olympus 1.2/55mm hätte die Situation sehr ähnlich abgebildet. Seine Abbildungscharakteristik liegt nahe an derjenigen der Dreamlens. Leichter Vorteil der Dreamlens bei diesem Bild: Aufgrund der höheren Lichtstärke war die Verschlusszeit noch etwas kürzer. Die 1/5000s reicht aus, um die Biene scharf abzubilden. Wahrscheinlich hätte auch eine etwas längere Verschlusszeit beim Olympus 1.2/55mm ausgereicht; sie hätte in dieser Situation etwa bei einer 1/2000s bis 1/2500s gelegen. Hier wird ein Vorteil bei der Fotografie mit Vintage-Objektiven sichtbar: Sie sind häufig sehr lichtstark und liefern bei Offenblende kurze Belichtungszeiten.

Das scharfe Gegenlicht führte einen kleinen Tanz im Inneren des Objektivtubus durch. Leichte Überstrahlungen, Coma-Bildung insbesondere an den Blütenblatträndern und hubschrauberartig rotierende Bienenflügel sorgen für ordentlich Musik im Bild :-).

Solche Fotos kann man im Moment recht leicht erstellen. In der Spätsommerphase nimmt die Anzahl der Blüten rapide ab. Die Wildbienen müssen sich die vereinzelt noch aufblühenden Blüten als Nahrungsquelle teilen. Diese frischen Blüten werden also recht häufig angeflogen – genau die richtige Situation, um ein solches Foto zu machen.

Kommentare

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Hallo Gabi,

ja, das sind die Spielräume beim Fotografieren mit alten Objektiven. Alle habe ihre Eigenheiten – ihre Stärken wie ihre "Zicken". Diese zu lernen und dann gemeinsam – Objektiv und Makronist – zu einem tollen Bild zu finden, dass ist ein seeeehr spannender und erfüllender Vorgang :-).

Lieber Gruß,

Roland

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Spannend Roland,

die Erklärungen zum Hintergrund der technischen Entstehung und das was dann zu sehen ist, ich muss mir das noch ein paarmal durchlesen, was da im Vintage Dschungel alles passiert.

Vielen Dank für diese Detailinfo,

lieber Gruß Sigi

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Hallo Sigi,

Dein Revuenon 1.4/55mm ist ebenfalls sehr lichtstark. Mit diesem Objektiv kommst Du insbesondere bei Sonnenlicht auch zu recht kurzen Belichtungszeiten. Wenn Dir dann so eine kleine Biene ins Bild fliegt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie scharf wird.

Und "malen" kann dieses Revuenon auch sehr schön. Es zeichnet ein wunderschönes Bokeh.

Es lohnt sich in jedem Fall, das alles auszuprobieren.

Lieber Gruß,

Roland

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Hallo Sigi,

das läuft über die Zeitautomatik, dass heißt: Blende wird von Hand eingestellt (in diesem Fall Offenblende), und die Verschlusszeit zieht die Kamera automatisch nach, um eine korrekte Belichtung zu bekommen. Das ist das Wesen der Zeitautomatik.

Voraussetzung ist nun, dass die Zeit auch durch die Kamera realisierbar ist. Sollte sie zu kurz für die jeweilige Kamera sein, leuchtet aber irgendwo ein Warnsignal auf, das ist dann nicht zu übersehen. Die 1/5000s beim Bild oben stellen aber für keine moderne Kamera ein Problem dar.

Lieber Gruß,

Roland

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Hallo Lutz,

ja, die "Dreamlens" ist eine  – Dreamlens, halt :-)! Das ist korrekt.

Aber wie ich oben schon geschrieben habe, sind beispielsweise das Olympus 1.2/55mm oder auch die "Mini-Dreamlens", das Canon 1.2/50mm ltm, in vielen Situationen ähnlich – bei deutlich geringerem Preis.

Es liegt häufig tatsächlich an diesen Situationen. Da ähneln sich alte Optiken bei bestimmten Motiven, um dann plötzlich beim Auftauchen von vermeintlichen Kleinigkeiten völlig unterschiedlich zu reagieren, oder anders ausgedrückt zu malen. Diese feinen Unterschiede kennenzulernen und dann auch anwenden zu lernen ist ein sehr großer Reiz und bedient die kreative Ader eines Makronisten in hohem Maße.

Tja, und so ist dann eben die Dreamlens eine Dreamlens – ganz einfach :-).

Lieber Gruß,

Roland

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