Wespenspinne beim einspinnen eines Grashüpfers

Das Foto entstand auf einer tollen Wiese mit unzähligen Wespenspinnen. Ich konnte kaum einen Schritt gehen ohne eine zu sehen.

Das hohe Gras macht es nicht gerade leicht, wenn man nicht alles Platttrampeln will.

Fotografiert habe ich frei Hand mit meinem 100er Makro und einem Aufsteckblitz mit Diffusor.

Das Bild ist von 4104 auf 3116 Pixel beschnitten.

Kommentare

Profile picture for user Roland
ADMIN

Hallo Thomas,

herzlich willkommen bei Makrotreff!

Das ist ja ´ne mega tolle Wiese, auf der Du da fotografiert hast. Wenn dort so viele Wespenspinnen sind, dann muss auch das entsprechende Futter für sie da sein. Das spricht sehr für eine relativ hohe Insektendichte. Super!

Ja, und das mit dem "Platttrampeln" ist wirklich ein Thema! Will man das weitestgehend vermeiden (was sehr sinnvoll ist), ist das sich Bewegen dort nicht einfach.

Zum Foto:

Allgemeines

Du hast eine interessante Perspektive gewählt: Spinne und Beute (Heuschrecke) weitestgehend in einer Linie, damit wird viel von der Schärfeebene erfasst, sprich ist viel scharf. Den Kopf der Spinne sieht man nicht, dafür aber um so besser ihre Beute, d.h. den Schwerpunkt ihrer "Handlung". Das ist in Ordnung.

Der Hintergrund ist etwas unruhig. Aber das "Problem" mit der hohen Dichte der umgebenden Vegetation haben wir schon angesprochen. Mehr Beruhigung hinter der Spinne wäre schön. Ja, wäre, hätte, sollte! Da sind sie wieder, die Konjunktive. Belassen wir es dabei :-).

Helligkeit

Das Foto ist etwas zu hell.

LÖSUNG:
Leichte Abdunklung über alle Lichtwerte hinweg.

Farbe

Im Foto ist ein recht starker Gelbstich. Hast Du das Foto abends gemacht? Sieht irgendwie nach tiefer, gelber Sonne aus.

LÖSUNG:
Reduktion des Gelbstichs, ohne die Charakteristik der Aufnahme zu verändern (also mäßig starkes Vorgehen!). Entweder über Eingriff in den Weißabgleich, oder über die Farbregler. Beides ist möglich, letzteres nicht ganz so unkompliziert, da musst Du im Netzt nachlesen, hier gibt´s zahlreiche Tips dazu. Beide Wege sind möglich, Du solltest nachher über den Bildvergleich die bessere Lösung erkennen. 

Beschnitt

Du schreibst, das Bild sei von 4104 auf 3116 Pixel beschnitten. Wie ist das zu verstehen? Die Originalgröße Deines Sensors liegt bei 5472 x 3648 Pixel. Was sind also die "Ausgangspixel" von 4104, die Du oben nennst? Wo kommen die her?

Schärfe

Das Foto ist geringfügig überschärft. Dies geschah im Zuge der Bildbearbeitung. Hier zurückhaltender vorgehen. Hierzu habe ich den Artikel Schärfen von Fotos auf Makrotreff eingestellt. Dieser dient als Einstieg in die wichtige Schärfethematik und kann Hilfestellung dazu liefern, ein Gefühl für diesen Themenkomplex zu entwickeln.

Unabhängig von allem: ein Foto eines super tollen Tieres und mit einer tollen Bildaussage!

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",

Roland

Profile picture for user Thomas Kappel
Makronist

Hallo Roland,

 

vielen Dank für deine ausführliche Bildkritik.

Ich habe das Foto jetzt mal ein bisschen anders bearbeitet und insbesondere den Gelbstich durch einen etwas veränderten Weißabgleich geändert.

Das Foto habe ich Nachmittags aufgenommen (ohne direkte Sonne).

 

Ich hatte jetzt auch mal versucht, nur den Hintergrund etwas unschärfer zu machen, aber das hat nicht so geklappt wie ich es mir gewünscht hätte. Manchmal geht das ganz gut, aber hier ist es mir leider nicht gelungen.

 

Das mit der Bildgröße verwirrt mich jetzt schon ein bisschen. Ich habe mir jetzt extra noch mal die Roh-Datei vorgenommen und exportiert und da zeigt es mir als Bildgröße diese 4104 als Bildbreite an (habe es bei ein paar Fotos probiert, immer kommen diese 4104 als Breite). Merkwürdig. Werde da mal versuchen rauszufinden, wieso das bei mir so ist.

 

Viele Grüße

Thomas

 

 

Profile picture for user Ninna

Guten Abend Thomas

Darf ich mich kurz vorstellen. Ich bin ein Arachnologe und wissenschaftlicher Autor, der an der Universität Basel Vorlesungen über Spinnenbiologie hält. Momentan schreibe ich eine Arbeit über die Abundanz der Wespenspinne Argiope bruennichi.

Ich bin im Internet auf Dein Wespenspinnenfoto gestossen, und Du könntest mir einen grossen Gefallen erweisen, wenn Du mir ein paar Informationen liefern würden, die ich für meine Arbeit dringend benötige. Selbstverständlich werde ich Deinen Namen in meiner geplanten Publikation verdankend erwähnen.

Auf der Seite https://www.makro-treff.de/de/galerie/wespenspinne-beim-einspinnen-eines-grashuepfers las ich Dein Statement  “….Das Foto entstand auf einer tollen Wiese mit unzähligen Wespenspinnen. Ich konnte kaum einen Schritt gehen ohne eine zu sehen.”

Ich habe folgende Fragen:

- Kannst Du grob schätzen, wie gross die betreffende Wiese war. 20m2 ?  50 m2 ?  100m2 ?  300 m2 ?  500m2  1000m2 ?  1 Hektare ?

- Kannst Du grob abschätzen, wie hoch die Dichte der Wespenspinnennetze etwa war?   Mehr als 1 Spinne je m2 ?  1 Spinne je m2 ?  1 Spinne je 2 m2 ?  1 Spinne je 5 m2 ?  1 Spinne je 10 m2 ?

- War es eine Trockenwiese oder eine Feuchtwiese ?

- War es eine Wirtschaftswiese oder unbewirtschaftetes Brachland ?

Wenn Du mir mit entsprechenden Infos weiterhilfst, wirst Du letztlich der Wissenschaft einen grossen Dienst erweisen.

Vielen Dank im voraus!

Beste Grüsse

Martin

 

PD Dr. Martin Nyffeler

Senior Lecturer in Zoology

University of Basel

Section of Conservation Biology

St. Johanns-Vorstadt 10

CH-4056 Basel

Switzerland

 

 

EDUCATION

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Postdoc - Texas A&M University, USA

Postdoc - Biosystematics Research Inst. Ottawa

Ph.D. - Swiss Federal Institute of Technology [ETH Zurich]

M.Sc. - Swiss Federal Institute of Technology [ETH Zurich]

 

Email: martin.nyffeler@unibas.ch

http://www.conservation.unibas.ch/team/nyffeler

 

Profile picture for user Thomas Kappel
Makronist

Hallo Martin,

gerne beantworte ich dir deine Fragen so gut ich kann.
Die Größe beträgt etwa 750qm. Habe mit der Entfernungsmessung bei Google Maps geschaut, sie ist etwa 15 Meter breit und 50 Meter lang.

Die Frage nach der Häufigkeit ist nicht leicht.
Ich bin ja nur entlang von zwei vorhandenen Trampelpfaden durch die Wiese gelaufen.
Als sie noch nicht ausgewachsen waren, gab es in jedem Fall Stellen, wo auf einem Meter 3 Spinnen waren. Später dann würde ich sagen, dass je 2qm sicher eine Wespenspinne war.
Das Foto ist ja von 2018, letztes Jahr waren es jedoch weniger (vermutlich weniger als halb so viele). Ob die Hitze oder weil es einfach zu viele waren und sie sich das Futter quasi weggegessen haben (hab da im September noch recht kleine gesehen) oder aus einen anderen Grund (vermutlich eine Mischung aus mehreren Faktoren), das weiß ich leider nicht.

Trocken oder Feucht, damit kenne ich mich leider überhaupt nicht aus. Ich würde aber eher sagen trocken.

Ich war in den letzten Jahren immer wieder dort und habe nie gesehen, dass dort gemäht oder sonst etwas gemacht wurde.

In den nächsten Wochen, werde ich dort mal vorbeischauen und versuchen, ein paar Übersichtsbilder der Wiese zu machen, vielleicht helfen die dir ja auch weiter.

Viele Grüße
Thomas

 

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