Gekreuzte Schwerter

Grashalme gegen die tiefstehende Abendsonne aufgenommen.

Coolpix P610 plus 250er Raynoxlinse

Kommentare

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ADMIN

Hallo Marny,

hm, dieses Foto von Dir ist eine kleine Herausforderung! Ich habe es eine ganze Weile betrachtet, dabei hin- und herüberlegt. Dann habe ich aufgehört zu überlegen und versucht herauszufinden, was dieses Foto mit mir macht, was ich fühle, wenn ich es betrachte.

Es es bindet mich. Es zieht mich in sich hinein. Es fasziniert mich. Woran liegt das?

Klar, das Erste, was auffällt, sind die runden Reflexionskreise im Hintergrund, in der Vintage-Szene liebend gerne als Bubbles oder Seifenblasen bezeichnet. Manche lieben sie, andere hassen sie. Hier in Deinem Bild geht es mir primär um deren Wirkung. Sie faszinieren!

Dann die "gekreuzten Schwerter" (toller Titel!). Ein krasser Formen-Gegensatz zu den Bubbles: schnurgerade, scharf abgegrenzt und exakt in der Bildmitte gekreuzt. Sie faszinieren!

Schließlich der Wassertropfen am unteren Bildrand. Er wird voll von der Schärfe erfasst, ermöglicht einen umgekehrten Einblick in den Gesamtlebensraum der "gekreuzten Schwerter" und erdet gleichzeitig die gezeigte, fast abstrakte Szenerie. Er verbindet die harten Linien des festen Materie mit den runden Formen des Wassers und des Lichts. Er fasziniert!

Die Perspektive in Verbindung mit dem gewählten Bildaufbau bringt dies alles perfekt zur Geltung.

Ich bin sicher, bei diesem Foto werden sich die Makronisten-Geister scheiden – was jedoch ein Zeichen für ein interessantes und vor allem spannendes Werk ist. Ich (!) positioniere mich klar:

GRATULATION zu dieser Bildeinstellung!

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",

Roland

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Makronist

Hi Roland 

Vielen Dank. Freut mich sehr, dass es dir gefällt. :-)

Ich finde es irre spannend, was man an einem Foto alles kommentieren kann. Ich selber mache mir beim Fotografieren gar nicht so viele Gedanken. Ich versuche nur einzufangen, was mir gefällt. ;-) Hier hat mich vor allem der warme Farbton und die gekreuzten Gräser angesprochen. Das Bild ist in einer Pfütze entstanden. 

Richtig daran "gearbeitet" (Bildausschnitt, etc) wird dann erst am PC ;-)

Bin gespannt, ob noch ein paar Kommentare kommen. 

 

Liebe Grüße und nochmals Danke für den ausführlichen Kommentar

Marny

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ADMIN

Hallo Marny,

viele Makronisten (natürlich auch allgemein Fotografen :-)) fotografieren ähnlich wie Du mehr aus einem Bauchgefühl heraus. Das ist natürlich auch nichts Schlechtes – im Gegenteil! Fehlt dieses Gefühl, wird die Fotografie schnell statisch. Kann man auf ein Bauchgefühl (oder wie man es auch immer nennen mag) zurückgreifen, steht einem eine große Pforte zur Kreativität zur Verfügung.

Nun ist es sehr vorteilhaft, die Möglichkeiten, die sich aus diesem Bauchgefühl heraus ergeben, schon möglichst früh in der Kette des Entstehungsprozesses eines Fotos/eines Werkes zu nutzen – also bereits beim Fotografieren selbst. Denn dann wird das Endergebnis, das aus einer Mischung aus Bauchgefühl (Kreativität, Bildausdruck usw.) und technisch/mathematischen Faktoren (Belichtung, Bildpixel, Schärfe) besteht, wertiger.

Anders ausgedrückt: Alle bildverändernden und -korrigierenden Eingriffe, die Du erst später am PC durchführst, reduzieren die technische Qualität des Fotos. Gelingt es Dir also, bereits beim Fotografieren selbst auch die kreativen, bildgestalterischen usw. Gesichtspunkte möglichst perfekt zu berücksichtigen, brauchst Du nachher am PC nicht nachzujustieren, wegzuschneiden, aufzuhellen usw. Denn mit all diesen Schritten vernichtest Du teuer bezahlte "Trägermasse" für Dein Werk, nämlich die technischen Darstellungsmöglichkeiten, die Dir Deine Kamera (insbesondere Sensor) bietet.

Unter anderem aus diesem Grund haben wir hier bei Makrotreff auch eine Beschnittgrenze für eingestellte Fotos in Höhe von 10% festgelegt. Bildbeschnitte, die (deutlich) darüber hinaus gehen, gehören dann mehr zur Thematik der Bildbearbeitung und weniger zum Vorgang des Fotografierens selbst.

Lieber Gruß,

Roland

 

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Makronist

Hi Roland

Was die Linienführung in Bildern angeht, oder den groben Bildauschnitt lege ich schon grob beim Fotografieren fest. Häufig kommt mir allerdings der Wind in die Quere. Da ich alles ohne Stativ aufnehme, rutscht mir das Motiv doch ab und zu aus dem gewünschten Bereich. 

Ob ich dann mehr als 10% beschneide, weiß ich gar nicht. Müsste ich das berechnen? 

Sorry, falls solche Bilder von mir hier drin sind. Aber ich rechne das nicht nach.                                        Wüsste auch gar nicht wie ;-)

Schönen Abend noch

LG Marny

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ADMIN

Hallo Marny,

das mit den 10% kann man grob einschätzen. Wenn Du beispielsweise ein Bild mit einer Kantenlänge von 5000px auf 4500px runterschneidest, dann sind das 10% (500px von 5000px). Das gleiche gilt für 4450px :-). Auch hier würde ich immer noch sagen, das sind grob 10%.
Anders sieht die Sache aber aus, wenn ein Bild beispielsweise auf die Bildkantenlänge von 800px geschnitten wird. Dann ist kaum noch was übrig vom Ursprungsfoto.

Lieber Gruß,

Roland

Profile picture for user Sigi Weyrauch

Hi Marny,

erstmal Gratulation dein außergewöhnliches Foto zum Top Foto, ich musste gleich dreimal hingucken :

gekreuzte Grashalme

Geblubber

Wassertropfen

die gesamte Bildaufteilung irgendwie mal was anderes

zwei Komponente grün und gelb  das beruhigt die Augen

Klasse Foto

Lieber Gruß Sigi

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