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ADMIN

Hallo Margret,

ja, das mit der Artbestimmung von Pilzen ist tatsächlich so eine Sache. Auch ich habe mich in dieses Spezialgebiet nicht so stark "hineinspezialisiert", wie ich es in anderen Bereichen der Biologie gemacht habe. Und dann passiert es ganz schnell, dass man mit der Bestimmung daneben liegt :-).
Aber wir haben hier im Forum einige Pilzkenner, ganz vorne den Wolfgang. Ich bin sicher, er kann und wird hierzu mehr sagen... Also Wolfgang, wenn Du das liest und Margrets Foto siehst – bitte denke mal laut bzw. schreibe Deine Gedanken hier kurz rein :-).

Ein paar Gedanken zum Wesen des Experimentierens

Liebe Margret, experimentieren ist gut! Ich verstehe, dass Ergebnisse auch verunsichern können. Aber es gibt kaum etwas, was einen fotografisch weiterbringt als das Experimentieren. Dabei beschäftigt man sich mit den Grundfaktoren wie Licht, Blende, Schärfe, Schärfentiefe usw. in einer Intensität, die bei kaum einer anderen Tätigkeit so groß ist. Beim Experimentieren vergrößert sich drastisch die Erfahrung, entwickelt sich das Gefühl der Makronistin zu den verschiedenen fotografischen Parametern. Lange Rede, kurzer Sinn, bei kaum einer anderen fotografischen Tätigkeit lernst Du so viel übers Fotografieren wie beim fotografischen Experimentieren. Entmutige Dich also nicht selbst dabei :-)...

Nun zum Foto:

Der Pilz ist wirkungsvoll beleuchtet; er hebt sich sehr schön vom Hintergrund ab. Die Beleuchtung ist ein wenig zu stark. Das ist nicht viel, aber einige hellen Stellen an der Hutunterseite sind leicht ausgefressen.

Und hier sind wir bei einem Grundsatz, wenn´s um das Beleuchten des Hauptmotivs geht: Weniger ist mehr! Es ist in der Regel ratsam, sehr gering zu beleuchten. Häufig reicht ein kleiner Lichtkranz an den Hauptmotivrändern oder eine leichte, kaum sichtbare Aufhellung der Flächen aus. Dann wirkt die Aufhellung oft am natürlichsten.

Beim Bild oben wäre es sehr interessant, ein Vergleichsbild mit einer schwächeren Beleuchtung zu haben. Der direkte Vergleich zeigt einem, wie stark die Dosierung sein sollte.

Wie dosiert man das Licht?
Entweder hat man eine Lampe, die sich in unterschiedlichen Stärken einstellen lässt. Eine Dosierung der Lichtstärke ist aber auch sehr gut möglich durch die Veränderung des Abstandes der Lampe zum Hauptmotiv; wird sie ein Stück weiter vom Hauptmotiv entfernt, reduziert sich ihre Strahlkraft sehr schnell und deutlich. Damit lässt sich sehr gut dosieren.
 

Tja, und ansonsten ist das ein sehr schönes Foto. Der aufgeräumte linke Bildteil bringt eine große Ruhe ins Bild, sodass die beiden bildbestimmenden Linien (Pilz und Schräge des Untergrunds, auf dem er steht) entsprechend wirken können. Man hätte den Bildausschnitt vielleicht noch ein wenig nach unten ziehen können, sodass die Stelle, wo der Pilz aus dem Boden bzw. Holz kommt, deutlich im Bild ist. Aber das ändert wenig am wirkungsvollen Aufbau der klaren Drittelteilung und ihrer positiven Wirkung.

Fazit:
Lasse Dich nicht durch Pilze, Fototechnik, Experimente, Lampen oder Dich selbst motivieren. Gehe raus und fotografiere weiter. Es lohnt sich!

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",

Roland

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