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Makronist

Hallo Roland und Kommentatoren,

beim Lesen dieses Beitrags seh ich mehr und mehr wie die Interessen von Naturschutz und kommerzielles Denken aufeinanderprallen. Ich wohne hier in Stuttgart in Sichtweite zum Porsche Werksgelände in einer sogenannten Kleinsiedlerstelle, das sind Siedlungen Deutschlandweit aus dem Jahr 1935 entstanden wo die Bewohner dazu anfangs verpflichtet wurden Obst und Gemüseanbau mit Kleintierhaltung (Hühner, Hasen usw.) zu betreiben. Von den Erzählungen der inzwischen übriggebliebenen Siedlern geht hervor dass natürlich der Bestand an Insekten in diesem Siedlungsmodell natürlich reichhaltig war, zumal auch vereinzelt Bienenzucht betrieben wurde. Sodann besteht diese Siedlung aus annähernd 500 Häusern  mit Gartenanteil von 300 - 800 qm, also wäre demnach durchaus anzunehmen, dass doch die Artenvielfalt der Insekten reichhaltig wäre. In Wirklichkeit sieht es aber so aus, dass die Mehrheit der Anwohner zwar den Garten pflegt und hegt, aber wenns drum geht sogenanntes Unkraut (Löwenzahn,Brennessel, Giersch usw.) zu entfernen dann wird großzügig Unkrautvernichter der stärksten Wirkung bedenkenlos eingesetzt.

Ich wohne hier seit 1978 und habe meinen Garten mit  800 qm niemals mit irgendwelchen chemischen Mitteln o.ä. bearbeitet,so wächst da kreuz und quer Löwenzahn, Brennessel , Giersch, Hahnenfuß usw. die Grasflächen werden erst abgemäht wenn die Samen ausgefallen sind, es gibt verschiedene Insektenschutzräume ( Totholz, Steinhaufen, Bienenwiesen usw.) und dennoch ist es so, dass die von Jahr zu Jahr vorkommenden Bestände der Insekten sehr schwankend sind. Und nun mal zur Statistik, von allen knapp 500 Grundstücken dieser Siedlung bin ich der einzige wo nach diesem Prinzip Garten bewirtschaftet, ab und zu kommt es mal vor, dass so ein Grundstück verwildert, da stellt sich dann heraus, der Besitzer ist krank oder überfordert, dann kommt wieder neuer Lebensraum für Insekten und dergleichen zustande.,

Mein Fazit zum Thema Insektensterben ist nun so dass ich meine, im Laufe der vergangenen Jahrzehnte hat sich ein gewaltiger Wandel im Bezug auf den Schutz der Insektenwelt vollzogen, dieser Wandel fängt schon in den Wohngebieten mit Gärten usw. an wo vielfach bedenkenlos Chemie eingesetzt wird anstatt der Natur selbst eine Plattform zur freien Entfaltung zu geben. Hinzu kommt verstärkt die Unkenntniß in der Bevölkerung um die Zusammenhänge für die Notwendigkeit zur Erhaltung der Lebensräume aller Insekten überhaupt zu verstehen. Ich behaupte jetzt mal einfach aus dem Bauch raus, dass dieselbe Situation bei den Landwirten vorherrscht, wenn da vielleicht mal einer von 500 Landwirten ein besonderes Interesse für die Erhaltung der Insektenwelt zeigt und praktiziert, dann ist der schon ein großer Idealist. Man kann es den Landwirten noch nicht mal verübeln, die werden ja sogar von oberster Stelle dazu unterstützt.

Gäbe es also nicht Unterstützer und Förderer und Naturschutz Organisationen und solche Portale wie Makrotreff die immer und immer wieder trotz aller Rückschläge und Niederlagen, dann wäre wohl auf lange Sicht kaum noch eine Lobby für die Welt der Insekten da. Im Übrigen wurde sogar festgestellt, dass gerade die Wildbienen in den Ballungsräumen von Städten eher noch Überlebensräume haben in Blumenkästen der Balkone u.ä.

Ich denke keiner der weiß wie wichtig es ist die Bestände der Insekten zu schützen wird die Flinte ins Korn werfen und aufgeben, es kann sich so manches noch ändern.

Viele Grüße

Sigi Weyrauch

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