Nahrungssuche an der Rems

Biene beim Nektar sammeln am Ufer der Rems

Kommentare

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Makronist

Hallo und herzlich Willkommen bei Makrotreff, Fotoweide!

Eine schön scharfe Aufnahme hast du mitgebracht zum Einstand. Und du bist gut und dicht an das Tier herangekommen. Schade, dass der eine Staubfaden sich zwischen Auge und Biene drängt. Aber wenn man genau hinschaut, sieht man auch, dass die Biene ihren Fühler so eingeklappt hat, dass der Staubfaden zwischen Schädel und Fühler eingezwängt wurde.

Hast du die Positionierung des Motivs mittig bis links bewusst gesetzt, weil du die "Abrundung" im ansonsten gut aufgelösten Hintergrund noch mit auf dem Bild haben wolltest? Ich frage, weil ich mir nicht ganz schlüssig bin, welche Bildaufteilung ideal wäre: die von dir gewählte? Das Tier wirklich mittig stellen, vielleicht sogar einen Tick weiter nach rechts, um das auseinanderstrebende Motiv (Biene plus Blüte) buchstäblich in den Mittelpunkt zu stellen? Oder vielleicht sogar deutlich nach rechts und nach oben, um den leeren Raum, der dann zwischen links und Motiv wäre, durch die Richtung des Körpers und des Blicks mehr zu bespielen? Ich glaube, alle Varianten hätten ihre Berechtigung.

Was war deine Intention? Hast du vielleicht sogar mit der Bildaufteilung gespielt?

Viele Grüße

Mainecoon

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MOD

Hallo Fotoweide,

ein schönes Bienenbild hast du uns eingstellt. Die Blüte der Phacelia  mit nektarsuchenden Insekten ist immer wieder ein schönes Motiv. Ich nehme an, du wolltest die zweite Phaceliablüte in der Unschärfe rechts noch mit ins Bild bringen. Auf mich wirkt die Positionierung des Hauptmotivs von der Mitte nach links auch etwas gedrungen. Es wäre vielleicht wirkungsvoller gewesen, in der Blickrichtung nach links mehr Freiraum zu lassen und das Hauptmotiv mehr nach rechts zu verschieben. So hätte die Pflanze mehr Platz zur Ausdehnung und die Biene optisch mehr Freiraum bekommen. Aber dies ist nur mein (!) Eindruck hierzu. Ist alles Geschmackssache. :-)

Bin schon gespannt auf weitere Einstellungen von dir.

Liebe Grüße

Gabi

 

Profile picture for user Roland
ADMIN

Hallo Fotoweide (sehr kreativer Name, was auch immer er auszudrücken er aufgefordert ist... :-)),

herzlich Willkommen bei Makrotreff!

Du hast die Honigbiene in einer attraktiven Position erwischt.

Zu folgenden Punkten gehe ich ins Detail:

Schärfe / Schärfentiefe

Die Schärfe liegt auf dem Bienenkopf, wobei die vorderen Bereiche des Gesichts geringfügig vor der Schärfeebene liegen und damit leicht unscharf sind. Ein Vorziehen der Schärfeebene wäre jedoch ein falscher Ansatz gewesen, weil dann die Schärfe im hinteren Bereich des Kopfes gefehlt hätte.

Die Lösung hier wäre Blende 8.0 gewesen. Das bisschen mehr an Schärfetiefe hätte ausgereicht. Gleichzeitig hätte ich den ISO-Wert der Kamera um 1/3 Stufe weiter hochgesetzt (die D500 verträgt das gut) sowie die Verschlusszeit um 2/3 verlängert. Auch das hätte wahrscheinlich noch gereicht, um die Eigenbewegung der Biene zu stoppen. Wenn nicht, wäre es für dieses Foto einfach zu dunkel gewesen.

Bildaufteilung

Hinsichtlich der Bildaufteilung schließe ich mich den Ausführungen meiner Vorschreiber an. Ich hätte die Biene samt Blüte in jedem Fall in die rechte Bildhälfte geschoben, um sie dann nach links in den Bildraum blicken zu lassen. Die Blütenstruktur im Hintergrund ist viel zu schwach, um das gesamte Layout zu steuern. Sie hätte sich "unterordnen" müssen.

Gleichzeitig hätte ich die Biene samt Blüte ein wenig nach oben geschoben, auf die obere Drittellinie. Zur Zeit sitzt sie exakt auf der horizontalen Mittellinie, das ist nicht wirklich spannend. Nach rechts oben verschoben bekäme das Foto eine deutlich lebendigere Dynamik.

Perspektive

Meine letzte Anmerkung gilt der Perspektive. Du hast die Biene von schräg oben fotografiert. Auf den ersten Blick mag dies aussehen wie Augenhöhen-Perspektive – ist es aber nicht! Augenhöhen-Perspektive ist tiefer, und wenn zu ihr runtergehst, ändert sich die Bildwirkung nochmals gewaltig; es kommt zusätzlich Spannung ins Bild, und der Betrachter wird in eine respektvolle Beziehung zur Biene versetzt. Der Unterschied von etwas weiter runter ist gewaltig!

So, das klingt nun alles nach gaaaaanz viel Kritik. Das soll es aber nicht, ich "jammere" hier auf hohem Niveau. Bei allen Punkten geht es um wenig Korrektur – aber mit viel Wirkung. GUT ist das Bild jetzt schon, nach Umsetzung dieser kleinen Punkte wird es noch besser :-).

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",

Roland

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Makronist

Hallo zusammen,

vielen lieben Dank für das herzliche Willkommen und für die ausführliche und konstruktive Kritik.

Tatsächlich habe ich mich noch sehr darauf konzentriert den Kopfbereich scharf und die Blüte mit auf das Bild zu bekommen . Den Hintergrund habe ich, auch durch den etwas instabilen Stand (der Busch stand am Hang) in dem Moment vernachlässigt. Ich denke auch, dass die Bildwirkung noch schöner wäre, wenn die Biene von weiter rechts oben in das Bild blicken würde.

Die Wahl des ISO-Wertes hat die Automatik übernommen. Ich hatte die Blende eingestellt und die längste Verschlusszeit von 1/800 in der ISO-Automatik festgelegt. Mit Werten bis ISO 1600 oder 3200 habe ich normalerweise keine Probleme und ja, noch etwas weiter Abblenden und eine etwas längere Verschlusszeit wäre eine gute Idee gewesen :).

Der Tipp mit der Augenhöhe ist super, das werde ich beim nächsten Mal direkt berücksichtigen.

Zu meinem Namen noch ein paar Worte. Fotoweide setzt sich zusammen aus der Anspielung auf meinen Nachnamen Weidler und der Fotographie. Außerdem fand ich die Ähnlichkeit zur Augenweide reizvoll ;).

Nochmals vielen Dank,
Dominik

 

Profile picture for user Roland
ADMIN

Kamera-Grundeinstellung

Hallo Dominik,

na, jetzt wird das mit dem Namen für mich verständlich. Ein richtig guter Name!

Noch eine Anmerkung zur ISO-Einstellung:
Wenn Du Dich fotografisch weiterentwickeln möchtest (wovon ich ausgehe, sonst wärst Du nicht hier), solltest Du Dir überlegen, aus der ISO-Einstellung die Automatik herauszunehmen. Du kontrollierst als Fotograf erst dann die Kamera und damit das Bildergebnis, wenn Du lernst, die magischen drei Punkte der Fotografie selbst zu steuern und zu beherrschen:

Blende  ––  Zeit  ––  ISO-Wert

Hierüber solltest Du stets die Übersicht und Kontrolle haben. Ansonsten fotografiert der japanische Software-Programmierer immer mit :-).

Gute Grundeinstellungen sind demnach:


Kamera auf Zeitautomatik stellen, Blende und ISO-Wert händisch steuern,

oder

Kamera auf Blendenautomatik stellen, Zeit und ISO-Wert händisch steuern.


In der Regel bewährt sich die Zeitautomatik mehr als die Blendenautomatik.

Wenn Du mit dieser Herangehensweise weiter übst, ist der Weg zum Star-Makronisten nicht mehr weit... :-).

Lieber Gruß,

Roland

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