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Lieber Jürgen,

ja, du hast Recht, das Sigma 105mm/2.8 Makro DG EX OS Canon an der Panasonic ist natürlich in seinem Einsatz sehr eingeschränkt infolge mangelnder Datenübertragung. Und wenn Ihr den Metabones davor schraubt, wird’s nicht nur teurer, sondern auch richtig klobig.

Es gibt das 105er Sigma auch mit einem Olympus-Anschluss, und zwar mit dem Anschluss des Olympus E-Systems (Four Thirds). Dieses Objektiv kann man auf Olympus micro Four Thirds (mFT) mittels des Adapters MMF-3 von Olympus verwenden – unter Beibehaltung aller Funktionen.

Ob dies auch bei der Lumix so funktioniert, weiß ich nicht. Doch eigentlich sind ja diese beiden Systeme untereinander kompatibel... ?!

Zur Frage 60er Makro von Olympus oder 105er Makro von Sigma:

Es ist nicht ganz einfach zu sagen, was für EUCH (oder besser gesagt für Deinen SOHN) besser ist, das 105er oder das 60er. Hier spielt auch die individuelle Arbeitsweise eine Rolle.

Es sollte bei der Abwägung aber nicht nur um den unterschiedlich großen Arbeitsabstand gehen. Auch physikalisch-optisch verhalten sie die beiden Brennweiten unterschiedlich. So kann nicht pauschal gesagt werden, die 60mm Brennweite würden mehr Schärfentiefe erbringen. Es verhält sich etwas anders, ich versuche, dies einmal vereinfacht zu erklären:

Eine größere Brennweite (hier in dem Fall beim 105mm von Sigma) liefert bei gleicher Blende eine etwas größere Schärfentiefe. Jedoch die Tiefenschärfe – also der Bereich vor und hinter der Schärfeebene – ist geringer. Der Übergang von der Schärfe zur Unschärfe ist erfolgt „schneller“ bzw. stärker. Deshalb eignen sich längere Brennweiten auch besser zum Freistellen von Objekten.

Bei einer niedrigeren Brennweite ergibt sich umgekehrt: Bei gleicher Blende ist die Schärfentiefe geringfügig kleiner, dafür aber die Tiefenschärfe größer.

Dieses Phänomen kann man gut erkennen, wenn man dies mit Extrembrennweiten vollzieht. Hänge beispielsweise mal ein 600mm Teleobjektiv („echte“ 600mm, nicht kleinbildäquivalent!) an Deine Kamera und fotografiere damit formatfüllend mit Blende 5,6 eine Löwenzahnblüte (evtl. unter Zuhilfenahme eines Zwischenrings). Die Blüte dürfte weitestgehend komplett in der Schärfe liegen, während der Hintergrund relativ weich wiedergegeben wird.

Und dann das Gegenexperiment: Fotografiere mit 30mm Makro ebenfalls formatfüllend mit Blende 5,6 die Löwenzahnblüte. Hierbei ist jetzt nicht nur der Hintergrund deutlich strukturierter und damit unruhiger (höhere Tiefenschärfe – also „Schärfe in der Tiefe“), sondern die Blende 5,6 reicht nie und nimmer aus, um die Löwenzahnblüte komplett in die Schärfenebene zu bekommen, also von vorne bis hinten scharf abzulichten. Hierzu wäre mindestens Blende 11.0 notwenig.

Dieser Unterschied wirkt auch zwischen 105mm und 60mm – natürlich entsprechend geringer. Aber er ist da.

Neben diesem Unterschied spielt auch – wie oben schon angesprochen – der unterschiedlich große Arbeitsabstand eine Rolle. Dieser Punkt darf in der Praxis nicht unterschätzt werden. Erstens ist er relativ groß, und zweitens hat er je nach Motiv große Auswirkungen. Hier geht es nicht nur um Fluchtdistanzen oder ähnliches, sondern auch zum Beispiel um störende Pflanzenteile zwischen Objektiv und Objekt. Der geringere Abstand kann, wenn die Fluchtdistanz eine nur untergeordnete Rolle spielt, ein großer Vorteil gerade beim Filmen sein, weil man beim Filmen ja möglichst immer im Bewegung ist. Da kann schnell eine ganze Menge „Salat“ störend in Weg stehen.

Rein optisch sind beide Objektive voll einsatztauglich. Das 105er Sigma ist gut, das 60er Olympus hervorragend, auch bei voller Blendenöffnung.

Neue mFT-Makroobjektive für 2018 geplant?

Mir ist derzeit nicht bekannt, ob Sigma oder irgend ein anderer Hersteller für 2018 die Vorstellung neuer Makroobjektive für mFT plant.

Die mFT-Welt wartet sehnsüchtigst auf ein Makroobjektiv so um die 100 mm ( irgendwo zwischen 90mm und 105 mm) aus dem Hause Olympus, das dann sicherlich ein absolutes TOP-Objektiv wird. Aber auch hier hat Japan noch nichts bekannt gegeben. Und ich „befürchte“, dass dies auch noch etwas dauern wird.

Zum Focus Stacking:

Focus Stacking ist eine Methode, mit der man bei unbewegten Objekten über das Erstellen und spätere Zusammensetzen mehrerer Fotos die Schärfentiefe erweitert. Sie spielt ausschließlich eine Rolle bei der Fotografie, nicht beim Filmen.

Liebe Grüße und weiterhin viel Freude und Erfolg beim Filmen – und Grüße an den Sohnemann :-),

Roland

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