Rosmarin (Rosmarinus officinalis) – ein nicht ganz so einfaches Fotomotiv

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Rosmarin (Rosmarinus officinalis) – ein nicht ganz so einfaches Fotomotiv

Mi, 15/04/2020 - 16:34
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Rosmarin – eine weit verbreitete und symbolträchtige Pflanze mit wunderschönen Blüten. (Fast) jeder kennt sie, (fast) jeder mag sie, (fast) jeder lag mit ihr schonmal gemeinsam in der Badewanne – oder genoss zumindest ihr leicht rauchiges Aroma auf Kartoffeln.

Wenn der Rosmarin eine so bekannte und beliebte Pflanze ist, da drängt sich doch eine Frage auf:

Warum gibt es eigentlich so wenige gute und vor allem interessante Fotos von dieser beliebten Heil- und Gewürzpflanze? Ihre wunderschönen blauweißen Blüten schreien doch förmlich nach einem tollen Objektiv, das sich an ihnen austoben darf. Schaut man sich dagegen mal im Netz beispielsweise bei einschlägigen Foren oder Agenturen um, findet man in der Mehrheit doch eher "gewöhnliche" Fotos. Woran liegt das?

Was ist eigentlich das "Problem"?

Schauen wir uns mal an, was Rosmarinblüten zu einem etwas schwierigen Motiv macht:

  1. Kleine, zarte Blüten zwischen kräftigen Nadeln – häufig scheinen die kräftigen, starren Nadeln die zarten Blüten regelrecht zu erschlagen. Viele Fotos zeigen dies als starkes Missverhältnis, was schnell unharmonisch wirkt.
     
  2. Helle Blüten zwischen dunklen Nadeln – Die vielen dunkelgrünen Nadeln wirken ebenfalls stark kontrastierend zu den hellen Blüten. Dominieren die Nadeln als kräftige, dunkle Linien zu sehr das gesamte Bild, wirkt dies unharmonisch.
     
  3. Rosmarin gehört zu den Schmetterlingsblütlern (Korrektur: Lippenblütlern – 11.05.2020)); deren Blüten sind recht dreidimensional geformt und verfügen damit über kaum eine ebene, zweidimensionale Fläche, die auch mittels einer schmalen Schärfeebene, die im Makrobereich üblich ist, leicht scharf abzubilden ist. Ergebnis: Die kleinen Blüten sind insbesondere bei stärkerer Vergrößerung fast nie durchgehend scharf.
     
  4. Die Farbe der Blüten ist hellblau-weiß und kann zu Überstrahlungen neigen – insbesondere, wenn sie mit Vintage-Objektiven abgelichtet werden.
     
  5. Die kleinen Blüten sind verhältnismäßig kontrastschwach, was insbesondere bei Verwendung von Vintage-Objektiven deutlich wird.
     
  6. Rosamrinblüten stehen meist sehr eng beieinander. Dies stellt eine zusätzliche Schwierigkeit dar bei der Ausrichtung der Schärfeebene und der Isolation einzelner, attraktiver Hauptmotiv-Bereiche.
     
  7. Rosmarin ist ein vielästiger Strauch. Isoliert man fotografisch einen Astbereich mit Blüten heraus, befinden sich oft im Hintergrund weitere Äste mit kräftigen Nadeln, die bei zu geringer Hauptmotiv-Freistellung als kräftige Hintergrundstrukturen viel Unruhe ins Bild bringen und damit sehr stark vom Hauptmotiv ablenken. Stellt man hingegen einen Teilbereich eines Rosmarinasts völlig frei, sieht das auch schnell komisch bis unnatürlich aus.

Rosmarin ist nun mal so, wie er ist. Ein Makronist muss sich also auf diese Gegebenheiten einstellen. Der erste Schritt, trotz dieser Ausgangslage zu guten, oder sagen wir mal interessanten Fotos zu kommen, ist eine Analyse der Ausgangslage, ein Erkennen, warum Rosmarin schwerer zu fotografieren ist als viele andere Pflanzen. Das habe ich oben in der Aufzählung und Beschreibung der Punkte gemacht. Erst danach kann der Makronist auf die (erkannten) Probleme reagieren und gezielt fototechnische, gestalterische oder kreative Lösungen entwickeln.

Natürlich gibt es nicht DAS Universalrezept, mit dem man immer richtig liegt, mit dessen Anwendung man also immer und automatisch zum interessanten Bild kommt. Einmal kann es die sehr offene Blende sein, die sich als die gute Lösung erweist, ein anderes Mal genau die weniger stark offene Blende oder sogar der Focus Stack. Oder in dem einen Fall ist die fast vollständige Auflösung des Hintergrunds der entscheidende Hebel, während im anderen Fall unruhige Strukturen in Verbindung mit einem spannenden Licht das Hammer-Bokeh liefern. Aber hier wird bereits ersichtlich, dass die Kenntnis der verschiedenen Hebel und ihre bewusste Anwendung die entscheidende Voraussetzung für das erfolgreiche Jonglieren innerhalb bestehender Spielräume ist.

Lösungsansätze:

  1. Eine sehr offene Blende von lichtstarken Objektiven (2.0 bis 0.95) kann Blüten vor unruhigen Nadeln und/oder Hintergründen erfolgreich freistellen – aber auch gegebenenfalls eine zu geringe Schärfentiefe für die dreidimensionale Form der Schmetterlingsblüten liefern!
     
  2. Ein kleinerer Abbildungsmaßstab ermöglicht auch bei einer geringen Schärfentiefe eine weitestgehend komplett scharfe Abbildung der Blüten – führt aber auch zu mehr Umfelddetails, die gegebenenfalls zu unruhig und damit ablenkend wirken.
     
  3. Focus Stacking (in der Regel mit modernen Objektiven praktiziert) liefert eine ausgedehntere Schärfentiefe bei offenblendig beruhigtem Hintergrund; bei modernen Makroobjektiven ist die größte Blende meist die 2.8.
     
  4. Selbst bei einem recht dreidimensional geformten Schmetterlingsblütler gibt es Perspektiven und Winkel, aus denen sich gute Annäherungsmöglichkeiten für eine schmale Schärfeebene ergeben. Günstig ist meist das Fotografieren exakt im rechten Winkel auf die offene Blütenfläche (siehe Beispiel Bild 8) oder von gleicher Höhe aus exakt auf die Seite der Blüte (siehe Beispiel Bild 6). Ziel hierbei ist immer, die bildwichtigen Teilen möglichst in die schmale Schärfeebene zu bekommen. Fokus Stacking erweitert die Möglichkeiten bei solchen Blütenformen enorm. Aber auch eine geschickt gelegte selektive Schärfe kann wunderbare Ergebnisse liefern.
     
  5. Achtung bei direktem Sonnenlicht! Dies führt schnell zu Überstrahlungen der hellen, zarten Blüten. Außerdem führen Licht-Schattenwechsel häufig zu viel Unruhe im Bild, sowohl innerhalb als auch außerhalb der Schärfeebene. Das ohnehin bereits vorhandene Problem mit der Bildunruhe wird hierdurch also schnell verstärkt. Lösung: Entweder Sonnenstrahlen gezielt und vorsichtig einsetzen (siehe Bilder 3 + 9), oder diffuses Licht wählen (siehe insbesondere Bilder 1 + 4).
     
  6. Am Beginn der Rosmarin-Blüte gehen zunächst einzelne Blüten auf. Diese mehr oder weniger alleine am Ast stehenden Blüten lassen sich oft besser isolieren als ganze Blütengruppen – können aber auch in einem besonders starken, gegebenenfalls auch negativen Kontrast zu den langen, kräftigen, dunkelgrünen Nadeln stehen.
     
  7. Unmittelbar nach ihrer Hauptblüte bekommen die abblühenden Blüten bräunliche Ränder an ihren Blütenblättern und Stempeln. Das sieht auf Fotos oft weniger schöne aus – auch, weil diese Ränder weitere Unruhe ins Bild bringen. Deshalb ist es sinnvoll, auf frische Blüten ohne Welkungsspuren zu achten – es sei denn, genau dieses Welken ist Thema des Fotos!
     
  8. Der Schritt in die Königsdisziplin: Wie kommt man zu noch besseren Fotos?
    Die Bildaussage beim Fotografieren von Rosmarinblüten lässt sich erhöhen zum Beispiel durch eine "erweiterte" Interpretation des Motivs: Ist Rosmarin "nur" eine kleine blauweiße Blüte mit kräftigen, dunklen Nadeln drumherum? Welche Rolle spielt bei dieser Pflanze beispielsweise Licht und Wärme (Stichwort submediterrane Pflanze – also eine Pflanze aus dem warmen, hellen Mittelmeerraum)?

Wie schon gesagt, dies sind Lösungsbeispiele. Ich bin mir sicher, dass viele Makronisten weitere tolle Lösungen finden werden, mit denen sie den wunderschönen Rosmarin attraktiv in Szene setzen können. Wenn Du Fotos gemacht hast, mit denen Du noch nicht zufrieden bist, aber nicht genau weißt, woran dies liegt, kannst Du sie gerne hier unterhalb dieses Beitrags einstellen; Du wirst sicher von anderen Usern und/oder mir den ein oder anderen Tip bekommen, der Dich Deinem Ziel näher bringt. Natürlich kannst Du auch Deinen endveredelten "Lebensschuss" vom Rosmarin zeigen. Ich würde mich sehr freuen, gelungene Rosmarinfotos betrachten zu können – schließlich ist es gar nicht so einfach, so ein Foto zu machen, das haben wir ja jetzt gesehen... :-).

Fotos, die beispielhaft Probleme und Lösungen aufzeigen

Ich habe in den vergangenen Tagen einen Rosmarin in der Kräuterspirale meines Gartens fotografiert. Die Fotos  – von neutral-nüchtern über verträumt bis atmosphärisch dicht/dramatisch – verdeutlichen einige der oben angesprochenen Lösungsansätze.


Bild 1:  Olympus E-M1 Mark II; Olympus Zuiko ED Macro 2.8/60mm; Blende 4.0; 1/60s; ISO 200; mFT-Format

Ein "klassisches" Makrofoto einer Rosmarinblüte, fotografiert mit einem "klassischen" Makroobjektiv. Die niedrige Perspektive ermöglicht es, möglichst viel Blütenfläche mit der schmalen Schärfeebene abzudecken. Dennoch war Abblenden um eine Stufe auf Blende 4.0 notwendig, um ein Mindestmaß an Schärfe auf der dreidimensionalen Blüte zu bekommen. Der Preis dafür: Der Hintergrund wird etwas unruhiger. Das Herauslösen der Blüte wird in erster Linie durch ihre Farbe im ansonsten grünen Umfeld erreicht. Hierbei ist es wichtig, ein relativ neutrales Licht zu wählen, sodass es zu keinen Überstrahlungen insbesondere im Weißanteil der Blüten kommt.

 


Bild 2:  Olympus E-M1 Mark II; Olympus Zuiko ED Macro 2.8/60mm; freihändiger Focus-Stack aus 9 Einzelfotos; Blende 2.8; 1/125s; ISO 200; mFT-Format

Lösungsbeispiel für das Problem der geringen Schärfetiefe bei der dreidimensionalen Blüte und der gleichzeitigen Anforderung, den Hintergrund zu beruhigen:
Ich habe mit der größten Blende (2.8) des modernen Makroobjektivs einen Focus Stack aus 9 Einzelfotos auf die Blüte gelegt. Jetzt reicht die Schärfeebene aus, um die gesamte Blüte scharf abzubilden. Der Hintergrund zeigt die relativ große Unschärfe, die aus der Offenblende reslultiert, und ist daher angenehm beruhigt; auch die kräftigen, dunklen Nadeln wirken weitaus weniger dominant. Damit ergibt sich der Spielraum, zusätzlich am oberen Bildrand Licht mit ins Bokeh zu holen – ohne dass das gesamte Bild dadurch zu unruhig wird.

 


Bild 3:  Sony A7 II; Trioplan 2.8/7.5cm; Blende 2.8; 1/200s; ISO 100; APS-C-Format

Nun habe ich noch etwas mehr "Musik" ins Motiv geholt. Durch die Verwendung eines Vintage-Filmobjektivs von etwa 1950 mit annähernd gleichen Daten wie das moderne Olympus 2.8/60mm Macro-Objektiv hebe ich die Strukturen im Hintergrund deutlicher hervor. Hinzu kommt leichtes Sonnenlicht. Beides zusammen lässt die Puppen im Bokeh deutlich mehr tanzen :-).
Beachte: Die Ausrichtung zur Blüte sowie der Abbildungsmaßstab – beides hat Einfluss auf die Lage und Wirksamkeit der Schärfeebene – bleibt vom Grundprinzip her gleich: Dadurch ist die Hauptmotivblüte auch bei Blende 2.8 weitestgehend scharf! Würde ich die Kamera stärker neigen und/oder den Abbildungsmaßstab erhöhen, würde die Schärfeebene nicht mehr ausreichen; die Hauptmotiv-Blüte würde in vielen Bereichen unscharf werden.

 


Bild 4:  Sony A7 II; Trioplan 2.8/7.5cm; Blende 2.8; 1/160s; ISO 50; APS-C-Format

Die relativ kleine Blende 2.8 des Trioplans gewährleistet unter Beachtung der Beibehaltung des Abbildungsmaßstabs und der Kameraausrichtung (Ausrichtung der optischen Achse) genügend Schärfentiefe im Hauptmotiv. Damit IMMER gekoppelt: Die Strukturen im Hintergrund werden deutlicher wiedergegeben. Das Bokeh wird unruhiger – aber auch hier bei diesem Bildbeispiel alles noch im grünen Bereich, da das Trioplan eine recht attraktive "Pinselführung" zeigt, ohne dem Hauptmotiv zu stark die Show zu stehlen :-).

 

Bild 5:  Sony A7 II; Olympus 1.2/55mm; Blende 1.2; 1/640s; ISO 50; APS-C-Format

Anderer Lösungsweg:
Bei gleicher Motivsituation wie bei Bild 4 versuche ich durch die Verwendung eines extrem lichtstarken Objektivs mit der Hammer-Offenblende 1.2 das Bild insgesamt zu beruhigen – mit Erfolg: Die hinter dem Hauptmotiv liegenden Strukturen werden deutlich unschärfer und rücken dadurch weit in den Hintergrund. Das Vintage-Objektiv sorgt für ein ansprechendes Bokeh; Licht und Strukturen des Hintergrunds gibt es malerisch wieder. Aber trotz des relativ geringen Abbildungsmaßstabs (relativ große Aufnahmeentfernung zum Hauptmotiv) werden die beiden Hauptmotiv-Blüten nicht vollständig von der extrem schmalen Schärfeebene der Blende 1.2 erfasst; das Ergebnis ist meines Erachtens so gerade noch akzeptabel. Eine Vergrößerung des Abbildungsmaßstabs würde die beiden Blüten in Verbindung mit der kontrastschwachen Wiedergabe des Objektivs bei Blende 1.2 insgesamt zu unscharf wirken lassen.
Beachte auch hier wieder die Aufnahmeperspektive, die eine größtmögliche Fläche der Blüte erfasst. Dies ist weiterhin Voraussetzung für eine ausreichende Gesamtschärfe im Hauptmotiv!

 

Bild 6:  Sony A7 II; Zoomatar 1.3/75mm; Blende 1.3; 1/200s; ISO 100; APS-C-Format

Mit solchen offenen Blenden und ihrer sehr geringen Schärfentiefe kann man nun am oder im Rosmarin(strauch) ein wenig herumspielen. Die an sich wilden Hintergründe werden wunderbar beruhigt und je nach eingesetztem Vintage-Objektiv noch wunderbarer gemalt :-). Wichtig ist nach wie vor die Beachtung der Perspektive und Ausrichtung zum Hauptmotiv. Es bleibt das Ziel, die schmale Schärfeebene möglichst optimal auszunutzen – also mit bestmöglicher Abdeckung auf das Hauptmotiv zu legen. Dies ist bei diesem Bild hier sehr schön bei den beiden Blüten mit ihren Kontrastkanten vor dem homogenen Hintergrund sowie den Nadeln unterhalb der Blüten zu sehen. In Verbindung mit dem sanften Sonnenlicht können sich die blauweißen Blüten im Umfeld der vielen groben, dunklen Rosmarin-Nadeln behaupten. Im Gegenteil: Das eingesetzte Vintage-Filmobjektiv setzt durch seine herausragende Mal-Eigenschaften im Bokeh (insbesondere bei den unscharf dargestellten Nadeln in der linken Bildhälfte) zusätzliche positive Akzente.

 

Bild 7:  Sony A7 II; Canon 0.95/50mm ´Dream Lens´; Blende 0.95; 1/400s; ISO 50; Voll-Format

Ein weiteres Bildbeispiel für den Einsatz eines Objektivs mit extrem offener Blende, hier sogar der Blende 0.95: minimale Schärfeebene auf die Blüte gelegt, das Hauptmotiv ausreichend freigestellt, das Bokeh attraktiv gemalt durch Verwendung eines geeigneten Vintage-Objektivs.

 


Bild 8:  Sony A7 II; Olympus 1.2/55mm; Blende 1.2; 1/200s; ISO 50; Voll-Format

Nun hole ich das Thema "Kräuterspirale" und damit das weitere Umfeld – den Standort des Rosmarins – mit in die Bildaussage. Die "Pinselführung" wird wilder, das wie gemalt wirkende Bokeh gewinnt an Bedeutung. Deshalb wähle ich wieder das Objektiv mit der extrem offenen Blende 1.2 – um den Hintergrund im Hintergrund zu lassen :-). Mit Blende 2.8 fotografiert, würde das Bokeh viel zu dominant werden; die Hauptmotiv-Blüte würde untergehen.
Die Kameraausrichtung zur Hauptmotiv-Blüte ist nach wie vor unverändert und gewährleistet weiterhin die größtmögliche Abdeckung der Rosmarinblüte mit der Schärfeebene.

 

Bild 9:  Sony A7 II; Trioplan 2.8/7.5cm; Blende 2.8; 1/640s; ISO 100; APS-C-Format

Zum Abschluss setzten wir noch einen oben drauf! Jetzt holen wir zusätzlich die Information mit ins Bild, dass der in der Kräuterspirale stehende Rosmarin als mediterrane Pflanze zum Wachstum viel Wärme und Licht benötigt.
Ich habe wieder ein Vintage-Objektiv mit der relativ kleineren Blende 2.8 eingesetzt und deren ausreichende Schärfentiefe exakt auf die Hauptmotiv-Blüten gelegt (sie sind komplett scharf – beachte wieder Perspektive und Ausrichtung der Kamera/optischen Achse). Auch habe ich wieder eine Stelle beim Rosmarin gewählt, bei der die hinter dem Hauptmotiv liegenden Zweige so weit entfernt sind, dass sie nicht zu deutlich und damit zu ablenkend dargestellt werden.

Früh am Morgen, wenn die Sonne aufgeht, tasten sich ihre langen Strahlen Stück für Stück um die Steine der Kräuterspirale herum zu den Pflanzen vor. Das Licht scheint förmlich in die verschiedenen Bereiche der Spirale zu fließen und bringt so die überlebenswichtige Helligkeit und Wärme zu den Pflanzen, so auch zum Rosmarin. Genau diese Situation soll zusätzlich mit ins Bild – ein klarer Fall für das Trioplan 2.8/7.5cm-Objektiv! Dieses 70 Jahre alte Vintage-Filmobjektiv verfügt über die perfekte Abbildungseigenschaft, die nötig ist, um das um den Stein fließende Licht darzustellen. Auf diese Weise kommt eine hohe emotionale, fast schon mystisch-dramatische Stimmung mit hoher Inhaltsdichte ins Bild; das Bild wird für seinen Betrachter zum atmosphärischen Erlebnis!
 

Keines der hier gezeigten Fotos wurde mittels Bildbearbeitung nachträglich verfälscht. Alle Darstellungen geben die Abbildungscharakteristiken der jeweils eingesetzten Objektive wieder. Die Fotos wurden nur geringfügig gemäß meiner Beschreibungen in der MAKROFOTO Spezial, Sonderausgabe 2 – Vintage-Makrofotografie bearbeitet.

Ich wünsche allen Makronisten viel Freude bei der Erstellung toller und/oder interessanter Fotos zum Thema Rosmarin!

Roland Günter

Roland Günter ist Betreiber von Makrotreff und Herausgeber von MAKROFOTO. Der Dipl. Forst-Ingenieur betreibt die Makrofotografie hauptberuflich und verwaltet ein umfangreiches biologisch-wissenschaftliches Bildarchiv.

Der Kern seiner Arbeit liegt in der Dokumentation biologischer Vielfalt. Zu diesem Themenkomplex werden seit vielen Jahren seine Fotos und Reportagen im In- und Ausland in vielen gängigen Zeitschriften und Buchproduktionen publiziert.

Kommentare

Profile picture for user Flora1958
MOD

Wow Roland,

was hast du uns denn da für einen geilen Post zusammen gehäkelt.Mir tränen die Augen. Der läßt aber wirklich keine Wünsche offen. Ganz dickes Dankeschön für deine Tipps und Mühe ! Jedoch stellt sich schon die Frage, ob man das  selbst je so hinbekommen wird .Bild 3 und 5 sind meine Favoriten (ach Quatsch, eigentlich alle   :-)  ) Nun bin ich gespannt auf die Ergebnisse hier im Forum.  Ob der Rosmarin das Vergissmeinnicht toppt in diesem Jahr ? Möglich wär`s  :-)

Liebe Grüße

Gabi

Profile picture for user Roland
ADMIN

Hallo Gabi,

bin auch gespannt, ob das Rosmarin-Thema das Zeug dazu hat, letztjährige Verbissmeinnicht-Orgie zu toppen. Auf jeden Fall ist der Rosmarin eine vergleichbare Herausforderung – die man aber, genau wie die Vergissmeinnicht-Hürde, meistern kann. Und ich bin sicher, es wird vielen Usern hier bei Makrotreff gelingen.
Aber das Schönste an der ganzen Sache ist: Der Weg ist das Ziel. Unabhängig davon, ob einem der oben erwähnte endveredelte Lebensschuss gelingt, kann und soll die Auseinandersetzung mit dem Thema selbst im Vordergrund stehen – und die damit verbundene Freude. Außerdem ist es fast immer so, dass man unabhängig vom Ergebnis dennoch einen oder mehrere Schritte weiterkommt. Und wenn das dann auch noch Spaß macht – was will man mehr?

Lieber Gruß,

Roland

Profile picture for user Sigi Weyrauch
Makronist

Danke Danke und nochmals Danke für diese fundierte Ausarbeit zum Rosmarin, ich bin erst mal sprachlos, und vollends begeistert. Muss mir in aller Ruhe alles Stück für Stück einverleiben, Dann werde ich mich nochmal melden, einfach klasse was im Makrotreff abgeht.

Lieber Gruß Sigi   

Profile picture for user Roland
ADMIN

Hallo Sigi,

nun hoffe ich nicht, dass Du mittlerweile alle Blüten Deines Rosmarins aufgegessen hast!? Wie Du dem Post entnehmen kannst, bist Du mit Deiner Verzweiflung in guter Gesellschaft. Der Rosmarin ist nun mal tatsächlich kein ganz so einfaches Motiv, es geht vielen Makronisten ähnlich. Versuchen wir also, die ganze Sache mal ein bisschen systematisch und schrittweise anzugehen.

Ich wünsche Dir viel Erfolg und vor allem viel Freude dabei.

Lieber Gruß,

Roland

Profile picture for user Sigi Weyrauch
Makronist

Guten Morgen Roland,

so ganz habe ich die Rosmarin Blüten doch noch nicht aufgegessen, dazu ist der Strauch zu gewaltig. Nun werde ich zuerst mal mit Stativ rangehen zum einen, dann mit dem geeigneten Obi, so wie du es vorschlägst, und vor allem die Strategie von welcher Position, das wird wohl irgendwas bringen.

Gruß Sigi

Profile picture for user Toni
Makronist

Roland Du kriegst ein  !!!TOP MEISTER!!!  von mir. :-)

Super, gut gemacht. Wie Gabi schrieb „wirklich keine Wünsche offen“ klasse, schon Danke!
Tja jetzt liegt es an Uns, oh Mann erstmals drüber schlafen!

Gruß

Toni

Profile picture for user Roland
ADMIN

Hallo Toni,

mal sehen, ob nicht "unterwegs" auf dem Weg zum ultramäßigen Lebensschuss einer Rosmarinblüte doch noch Wünsche entstehen :-) – quasi neue Wünsche, weil plötzlich und unerwartet weitere Hürden dieser leicht biestigen Pflanze auftauchen. Aber sollte dem so sein, dann werden wir uns auch diesen Wünschen öffnen uns sie verräumen (grins).

Viel Spaß beim Rosmarinmakroklassischvintagelichtwärmebokehfotografieren und

liebe Grüße,

Roland

Profile picture for user Adrian Scheel
Erstellt von Thomas Boll (nicht überprüft) on Do, 16/04/2020 - 11:16 Permanenter Link

Morgen Roland,

super Arbeit!

Tolle Idee uns einmal vor Augen zu führen, was die unterschiedlichen Objektive zu leisten vermögen, in den Händen des Meisters ;-).

Leider sind jetzt alle Rosmarinstöcke in unserer Region ausverkauft  :-(.

Danke fürs Rosmarinmakroklassischvintagelichtwärmebokehfotografieren und liebe Grüsse

Thomi

Profile picture for user Roland
ADMIN

Hallo Thomi,

das ist ja ein Mist, dass in der Schweiz alle Rosmarine ausverkauft sind! Ich seh´ schon, wenn ich so´nen Post mache, dann muss ich gleichzeitig auch ´nen Hauptmotiv-Handel aufmachen... :-).

Hoffentlich kommen bald Nachlieferungen zu Euch.

Lieber Gruß,

Roland

Profile picture for user Sigi Weyrauch
Makronist

Hallo Roland,

ich versteh eins überhaupt nicht, bei allen von dir eingestellten Fotos sind die Verschlusszeiten nach meiner Vorstellung sehr lang, der Rosmarin ist fast ganz selten nicht in Bewegung, wie funktioniert das denn mit diesen Verschlusszeiten?

Ich wäre da eher bei 1/2000 statt 1/200

Gruß Sigi

Profile picture for user Roland
ADMIN

Hallo Sigi,

bei mir in der Kräuterspirale ist der Rosmarin relativ klein, nur etwa 30 Zentimeter hoch. Dadurch wackelt er kaum, selbst bei geringer Windbewegung.

In diesem Fall stellt sich also primär die Frage, welche Verschlusszeit man selbst als Makronist noch in der Lage ist, ruhig zu halten. Und hier gibt es keinen allgemeinen, sondern eine individuellen Wert. Jeder hält eine andere Verschlusszeit noch ruhig freihand, beim Einen liegt die ein wenig höher, beim Anderen etwas niedriger.
Von großer Bedeutung hierbei ist auch die jeweilige Ausgangslage, die sich beim Fotografieren darstellt: Kann ich mich irgendwo anlehnen? Kann ich die Ellenbogen aufstützen? Oder geht sogar beides zusammen? Entsprechend ruhiger kann man die Kamera halten. Wenn man mal eine zeitlang darauf achtet, weiß man schnell, wo in etwa der eigene Wert liegt. Es ist sehr vorteilhaft, dies zu wissen.

Lieber Gruß,

Roland

Profile picture for user Sigi Weyrauch
Makronist

Jetzt versteh ich den Zusammenhang, im Gegensatz zu deinem Rosmarin ist meiner mannshoch, dementsprechend ist doch eher mehr Bewegung drin. Ich habe deswegen zwei Verschlusszeiten gewählt, 640 und 2000.

Nun füge ich mal zwei Testfotos an, mein Augenmerk lag allerdings auf den Staubblättern und die wollte ich im Detail rauskriegen.

Beim 1. Bild habe ich getestet wie es rauskommt mit dem Oreston Blende offen 1.8 Verschluss 640 ISO 125 dazu 1 Zwischenring 30mm 1 Converter 2x  (zugegeben total schräg) mir gefällt vor allem dieser Blauton und ich meine die Staubblätter sind einigermasen zu sehen.

Beim 2. Bild  ebenso Oreston Verschluss 2000 Iso 125  Zwischenring 11mm  Die Staubblätter, wie kriegt man die rausgearbeitet? Was meinst du?

 

Gruß Sigi 

Profile picture for user Roland
ADMIN

Hallo Sigi,

sorry, aber ich befürchte ein wenig, Du überspringst die ersten paar Schritte und steigst bei Level 5 ein :-). Ich habe in meinem Post nirgends vom "Rausarbeiten von Staubblättern" gesprochen. Dies ist ein völlig anderes Thema, ein völlig anderer Ansatz – alleine schon deshalb, weil es sich hier um wesentlich größere Abbildungsmaßstäbe handelt. Jetzt als erstes darauf einzugehen, würde eigentlich bedeuten, dass wir erst einmal alles vergessen, was ich oben geschrieben habe, und ich einen neuen Post erstelle – eben zum Thema "Rausarbeiten von Staubblättern". Deshalb – bitte sehe es mir nach – gehe ich jetzt erst einmal nicht weiter darauf ein, damit wir uns nicht schon am Anfang völlig verstricken :-).

Bezüglich Bild zwei hatte ich Folgendes geschrieben und in Beispielbildern verdeutlicht:

Selbst bei einem recht dreidimensional geformten Schmetterlingsblütler gibt es Perspektiven und Winkel, aus denen sich gute Annäherungsmöglichkeiten für eine schmale Schärfeebene ergeben. Günstig ist meist das Fotografieren exakt im rechten Winkel auf die offene Blütenfläche (siehe Beispiel Bild 8) oder von gleicher Höhe aus exakt auf die Seite der Blüte (siehe Beispiel Bild 6). Ziel hierbei ist immer, die bildwichtigen Teilen möglichst in die schmale Schärfeebene zu bekommen. Fokus Stacking erweitert die Möglichkeiten bei solchen Blütenformen enorm. Aber auch eine geschickt gelegte selektive Schärfe kann wunderbare Ergebnisse liefern.

Mein Vorschlag wäre: Ehe Du über das hier Thematisierte hinaus experimentierst, versuche doch erst einmal, das umzusetzen, was ich oben beschreibe, zeige und begründe. Sehr viele Fotos von ebenso vielen Makronisten zeigen, dass das anscheinend gar nicht so einfach ist – auch das hatte ich oben schon festgestellt. Es scheint also durchaus berechtigt, sich erst einmal mit diesen "Basics" auseinanderzusetzen – und dann sehen wir weiter...

Kurzer Hinweis zu Bild zwei: Überprüfe insbesondere die Punkte

  • Ausrichtung der Kamera auf die Blüte – vierter Punkt meiner Lösungsansätze (oben im Zitat schon erwähnt)
  • Zustand der abgebildeten Blüte(n) – vorletzter Punk meiner Lösungsansätze
  • Sonnenlicht auf der Blüte – fünfter Punkt meiner Lösungsansätze

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",

Roland

Profile picture for user Sigi Weyrauch
Makronist

Hallo Roland,

du hast recht, ich war mal wieder zu übereifrig, ich fang nochmal von vorne an, kein Grund zum nachlassen, die beiden Fotos oben sind nicht im Thema, deswegen rudere ich zurück ans Ufer.

Ich habe gestern andere Ansätze probiert, muss erst noch nachlesen ob das besser im Rahmen passt.

Unten füge ich ein Versuch an, der etwa zum Bild 6 von dir angelehnt wäre, die paralele Draufsicht zur Blüte, problematisch ist hier evt. die Entfernung, ich habe das Revuenon 1.4 55mm verwendet, ohne Zwischenring, nur  wenn ich näher ran gehe wird es wieder unscharf.

Danke nochmal für den Rückpfiff

lieber Gruß Sigi

Profile picture for user Roland
ADMIN

Hallo Sigi,

  • Ausrichtung der Kamera (= optischen Achse) zu den in der Schärfe liegenden Blüten ist gelungen.
     
  • Hintergrund (Bokeh) bietet dem Vintage-Objektiv wenig Möglichkeit, seine Mal-Qualität auszuspielen. Dadurch ist das Haupt-Bokeh relativ unattraktiv.
     
  • großes Wirrwarr infolge zu vieler Einzelblüten – siehe Punkt 6 meiner Lösungsansätze...

Lieber Gruß,

Roland

Profile picture for user Toni
Makronist

Hallo Roland

Böh es ist wirklich schwer einen passenden Ausschnitt herauszupicken!!! Ich habe meine vier alte Obis (Porst1.4/55 – Pentacon1.8/50 – Helios2/58 – Prakticar1.4/50) getestet und mir hat es die Prakticar am besten gefallen. Allerdings war es immer noch schwer ein Ausschnitt zu finden, und der Hintergrund freizustellen, also habe ich mich entschieden die Objektive umzudrehen und noch ein Zwischenring zu benutzen. Nach tausend von Versuche ist dann dieses Bild das Ergebnis. Was mir aufgefallen ist, dass alle meine Fotos eher ein gelbliches Grün und die Blüte eher ein rosa Farbton haben, aber entspricht mehr oder weniger so die Realität. Was hältst Du von dem ganze? Tolle Aufgaben, hast Du uns gegeben.


Gruß

Toni

Profile picture for user Roland
ADMIN

Hallo Toni,

wie ich schon sagte: schwieriges Motiv :-)!

Zum Foto:

Bokeh vom Feinsten, insbesondere in der rechten "leeren" Bildhälfte.

Das Hauptmotiv, die Blüte, eher schwierig, und zwar aus zwei Gründen: Erstens stellt sie mehr so eine Art "Gefransel" dar als eine klassische Rosmarinblüte. Hat natürlich auch was, wenn man es denn genau so haben will. Da muss man dann aber tatsächlich Rosmarin draufschreiben, sonst ginge das Teil auch als Bartnelke durch :-).
Zweites ist die Schärfentiefe aus dieser Perspektive nicht in der Lage, genügend Blütenteile in sich aufzunehmen, sprich scharf abzubilden.

Suche den Strauch nach einzeln stehenden Blüten ab. Sind keine vorhanden, schaue einen oder zwei Tage später wieder nach. An so einem Rosmarin-Strauch ist ´ne Menge Bewegung. Da kommen immer wieder neue Blüten, andere gehen. Befinden sich neben frischen Blüten abgeblühte, entferne diese abgeblühten vorsichtig. Da brauchst Du nur minimal dran zu zupfen, dann fallen die ab.
Hast Du eine oder mehrere alleine stehende Blüten gefunden, gehe mit der Kamera auf gleiche Höhe und fotografiere sie so, wie Du es oben auf meinen Fotos siehst. Dabei achtest Du auf den Hintergrund. Und diejenige, die einen Hintergrund hat wie von Monet gemalt, die stellst Du dann hier ein :-).

Fazit: Du bist auf dem richtigen Weg!

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",

Roland

Nachtrag:
Ich würde die Objektive erst einmal nicht in Umkehrstellung einsetzen. Damit veränderst sich die Abbildungscharakteristik der alten Linsen. Ich würde erst mal bei der "normalen" Anwendung bleiben und diese kennenlernen. Erst dann wirst Du auch in der Lage sein, konkret zu differenzieren und zu entscheiden, wann eine Umkehrstellung Vorteile bringt und wann nicht.
Eine Rosmarinblüte kannst Du ohne weiteres mit allen Deinen vier Vintage-Objektiven in Verbindung mit einem Zwischenring in Szene setzen. Wenn´s also so nicht klappt, wird Dir auch die Umkehrstellung keine Vorteile bieten.

Profile picture for user Sigi Weyrauch
Makronist

Bild 7  seitlich aufgenommen:

Mein Versuch die Blüte in der seitlichen Struktur zu zeigen-

Verschluss 1000 ISO 125  Revuenon 1.4 55mm Vollformat, Zwischenring 11mm

Mein Eindruck, die Schärfe ist nicht ganz erreicht, weiß nicht ob das Obi mehr hergibt. Meine aber es wäre das geeignetste aus meinem Bestand.

Aber Frage an Roland, dieser Blauanteil bei deinen Fotos sehe ich bei den Rosmarin Blüten bei mir nicht so, die sind eher blasser gefärbt? 

Gruß Sigi

Profile picture for user Roland
ADMIN

Hallo Sigi,

diese Blüte wäre an sich schon geeignet, gut in Szene gesetzt zu werden; sie steht schön frei und befindet sich auf dem Höhepunkt ihrer Blühphase. Und rechts im Bild fing das Revuenon auch bereits an, seinen Malpinsel zu schwingen :-).

Nur die Blüte ist zu unscharf. Sie liegt vor der Schärfeebene. Das liegt also nicht am Objektiv. Das Revuenon 1.4/55mm kann auch bei Offenblende bei diesem Abbildungsmaßstab wesentlich schärfer.

Über die Farbe der Blüte würde ich mir erst mal nicht so intensive Gedanken machen. Erstens variieren die Blau-/Lilatöne je nach Pflanzensorte, Blühphase, Sonneneinstrahlung und eingesetzter Optik. Hinzu kommt der Weißabgleich. Nehmen wir all das noch mit hinein in die ersten Gehversuche zu einem Top-Rosmarinfoto, wird´s zu viel :-).

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",

Roland

Profile picture for user FF-PhotoArt
Makronist

Lieber Roland,

auch von mir ein dickes Dankeschön für diesen tollen Artikel. Vor allen Dingen die Bilder mit den unterschiedlichen Obi's finde ich immer spannend. Da kann man sich das alles direkt vorstellen.

Zum anderen Danke, dass Du Dir immer wieder etwas einfallen lässt um uns alle zu motivieren etwas auszuprobieren. 

LG

Frauke

Profile picture for user Roland
ADMIN

Hallo Frauke,

schön, dass Dir der Artikel gefällt. Der Rosamrin ist es wert, dass man sich mal wirklich so richtig mit ihm beschäftigt :-). Er ist eine tolle Pflanze, ja, eine "Diva", wie Du an anderer Stelle schreibst. Und eine solche Diva möchte auch mal schick fotografiert werden. Das dies so schwer ist, dafür kann sie ja schließlich nichts – zumindest in ihren Augen :-).

Liebe Grüße,

Roland

Profile picture for user Sigi Weyrauch
Makronist

Hallo Roland,

also ich bin heute vormittag mit Stativ und der Canon 6D mit Obi Revuenon 1.4 55mm Zwischenring noch mal ran, mit dem Ziel, wird es schärfer mit dem Obi.

Die beiden Fotos habe ich hintereinander gemacht: Verschluss 1000 ISO 250 Blende offen

Mir kommt es schärfer vor, ich denke der Hintergrund geht so, lediglich im unteren Teil hätte ich mehr Raum geben können?

Die Canon 6D hat irgendwie mit dem Blau etwas Probleme, das meint auch Wolfgang hin und wieder, in der Nacharbeit lässt sich der blaue Anteil regulieren.

Die Bilder sind nicht beschnitten.

Gruß Sigi

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Hallo Sigi,

es wird! Im Hintergrund insbesondere der linken Bildhälfte kann das 1.4/55mm-Vinrtage-Objektiv zeigen, was es kann.

Die Schärfe passt noch nicht ganz. Der Schärfepunkt liegt bei beiden Fotos knapp hinter den beiden Blüten. Dadurch wirken sie etwas unscharf. Dies spiegelt die Herausforderung der relativ offenen Blende von 1.4 wieder; die Schärfe muss exakt sitzen. Bei der sehr schmalen Schärfeebene rutscht das Hauptmotiv ansonsten sofort hinaus – und ist unscharf.

Die gute Nachricht: Der Weg stimmt :-)!

In diesem Sinne weiterhin "Gut Licht",

Roland

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Makronist

Hallo Roland

Auch mich hat Dein Beitrag motiviert unseren Rosmarin in Szene zu setzen. Es ist wirklich keine leichte Aufgabe! Ich habe mein Bild in der Galerie eingestellt und würde mich freuen von Dir zu hören resp. Zu lesen.

Liebe Grüsse Yvonne 

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Herzlichen Dank für diesen spannenden und lehrreichen Artikel, gerade für eine mehr-oder-weniger Makro-Anfängerin. Das richtige Mass zwischen genug Tiefenschärfe für die Blüte und wenig Tiefenschärfe für etwas Ruhe im Bild herauszukriegen, ist tatsächlich eine Herausforderung.

Der Tipp, nicht bei Sonnenlicht zu fotografieren, ist Gold wert!

Anbei mein Versuch mit einer Nikon D3400, Objektiv Nikkor 60mm 1:2,8 G ED bei F 3.2, 1/125.

Rosmarin

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ADMIN

Hallo Katia,

dies ist eine sehr schöne Blütengruppe. Und es ist Dir gut gelungen, sie fotografisch herauszuisolieren. Auch die Ausrichtung der Kamera zu den Blüten passt; auf diese Weise werden möglichst viele Bereiche der Blüten von der schmalen Schärfeebene erfasst.

Einzige Anmerkung: Die Blüten sind nicht ganz scharf. Das liegt einerseits an der geringen Schärfentiefe der Blende 3.2; viele Blütenbereiche liegen außerhalb der schmalen Schärfeebene. zum anderen sitzt auch die Punktschärfe nicht voll. Da ist eine ganz leichte Verwackelung mit im Spiel. Ich nenne das immer "Mikro-Verwackelung". Man merkt sie beim Fotografieren nicht, sie ist aber trotzdem da. Jedenfalls kann das von Dir eingesetzte Nikkor-Objektiv deutlich mehr.

Was die geringe Schärfentiefe anbetrifft, besteht hier die von mir beschriebene Grenze: Erhöhst Du die Schärfentiefe durch Schließen der Blende, werden zwar mehr Bereiche der Blüten scharf, aber auch die Nadeln im Hintergrund. Damit würde das Foto deutlich unruhiger, wahrscheinlich zu unruhig. Da hilft dann nur die Focus Stacking-Technik.

Trotz alledem ein tolles Rosmarinfoto, das den Betrachterblick ganz automatisch auf die wunderschönen Blüten lenkt.

Liebe Grüße,

Roland

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Hallo Roland

Danke für das Lob, die hilfreiche Antwort und die Tipps. Mir ist auch aufgefallen, dass die Schärfe nicht ganz stimmt; das nächste Mal bin ich dann nicht mehr zu faul, das Stativ mitzuschleppen ;-).

Es ist alles andere als selbstverständlich, dass du wildfremde Foto-Amateure so ausführlich fachlich unterstützt. Ich weiss das zu schätzen und danke herzlich!

Grüsse aus den Schweizer Alpen, Katia

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Erstellt von Hagen (nicht überprüft) on Mo, 11/05/2020 - 23:08 Permanenter Link

So wie die gesamte Webseite ist auch dieser Beitrag sehr interessant und lehrreich. Etwas muss ich als Klugscheisser aber doch bemerken: Rosmarin ist kein Schmetterlings- sondern ein Lippenblüter!

Mein Favorit ist übrigens Foto 9.

 

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ADMIN

Hallo Hagen,

ups, da hatte ich noch den Namen aus einer anderen Reportage im Kopf. Ist mir nicht aufgefallen, vielen Dank für den Hinweis bezüglich der Zuordnung zur Familie der Lippenblütler. Habe ich schnell geändert... :-).

Danke für diesen Hinweis (war wichtig!) und ebenso Danke für die Lorbeeren.

Liebe Grüße,

Roland

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